Mann und Frau auf Fahrrädern

Hören im Straßenverkehr: Hörgeräte und Verkehrssicherheit

Gefahren werden laut Medien immer übersehen aber nie überhört: Warum Hören in der Verkehrssicherheitsdebatte fehlt – obwohl die Statistik direkt darauf zeigt.

Ein Beitrag aus unserer Serie „Hören im Straßenverkehr” – von Evelyn und Johannes Fischer, hear CUBE Hamburg.

Im April hat das Statistische Bundesamt die Verkehrsstatistik 2025 vorgelegt. 462 Radfahrer sind im vergangenen Jahr im Straßenverkehr ums Leben gekommen, 217 davon auf einem Pedelec. Zwei Drittel der getöteten Pedelec-Fahrer waren Senioren. Die Berichterstattung dazu war erwartbar: Helmpflicht, Radwege-Ausbau, toter Winkel beim Abbiegen. Was praktisch nie vorkommt: Hören.

Wer Unfallberichte aus der Lokalpresse liest, erkennt schnell ein Muster. Es heißt regelmäßig: ‚Der Fahrer hatte den Radfahrer übersehen.’ Das Wort ‚überhört’ habe ich in einem Polizeiprotokoll noch nie gelesen.”

Dabei ist der Zusammenhang zwischen Hörminderung und Verkehrssicherheit gut belegt. Die Weltgesundheitsorganisation geht davon aus, dass über 25 Prozent der Menschen ab 60 Jahren einen behindernden Hörverlust haben – also genau in der Altersgruppe, die in der Pedelec-Statistik dominiert.

Hören ist Sicherheit – als Pedelec-Fahrer, als Autofahrer, als Fußgänger

Die Wahrnehmungslücke wirkt in alle Richtungen. Wer mit dem Pedelec an einer Kreuzung abbiegt, hört einen Lkw oft schon, bevor er ihn sieht – das Motorengeräusch, das Bremsen, das Klicken des Blinkers. Wer im Auto sitzt und ein Martinshorn erst spät zuordnet, hat dieselbe Lücke, nur in einer anderen Rolle. Und wer als Fußgänger an der Bordsteinkante steht und das herannahende E-Auto nicht hört, ebenfalls.

Hinzu kommt eine Veränderung, die kaum diskutiert wird. „Viele Senioren sind heute nicht nur überhaupt wieder mit dem Fahrrad unterwegs – sie fahren mit Tretunterstützung bis 25 km/h”, sagt Fischer. „Gleichzeitig sind die Fahrzeuge ringsherum deutlich leiser geworden.” Schnellere Senioren auf leiseren Fahrzeugen in einem leiseren Verkehrsraum – eine Gemengelage, die der Verkehrsraum so noch nicht kannte.

Mann und Frau auf Fahrrädern
Das Richtungshören spielt im Straßenverkehr eine wichtige Rolle. Sowohl als Fußgänger, beim Autofahren oder beim Fahrradfahren ist das Richtungshören essenziell.

Räumliches Hören entscheidet im Bruchteil einer Sekunde

Was im Straßenverkehr besonders zählt, ist das räumliche Hören – die Fähigkeit, einzuschätzen, woher ein Geräusch kommt. „Wer einseitig schlecht hört oder unversorgt mit beidseitigem Hörverlust unterwegs ist, hört vielleicht noch, dass etwas passiert, aber nicht mehr zuverlässig woher”, erklärt Fischer. „Im Stadtverkehr kann das den entscheidenden Bruchteil einer Sekunde ausmachen.”

EuroTrak-Hörstudie Deutschland 2025: Was Hörgeräte im Verkehr leisten

  • 75 % der Hörgeräteträger fühlen sich beim Fahrrad- und E-Bike-Fahren sicherer als ohne Geräte.
  • 73 % fühlen sich beim Autofahren sicherer.
  • Im Vergleich zu 2022: +9 Prozentpunkte beim Radfahren – parallel zur Verbreitung leiserer E-Fahrzeuge und leistungsfähigerer Hörgeräte.

Quelle: EuroTrak Deutschland 2025 – die größte repräsentative Hörstudie Europas (n = 13.445).

Drei Generationen Hörakustik aus Hamburg

Bei hear CUBE ist das Thema Hören Familiensache. „Mein Großvater hat Hansaton in Hamburg gegründet, mein Vater war ebenfalls in der Branche, ich seit über 20 Jahren”, sagt Johannes Fischer, der das Unternehmen gemeinsam mit seiner Frau führt. „Wir kennen die Hörakustik aus drei Generationen – und wir wissen, was Hamburger Kunden brauchen: jemanden, der zuhört und sich Zeit nimmt, kein Schnellverfahren.”

 
hear CUBE Evelyn und Johannes Fischer

Räumliches Hören kann man testen

Wer wissen will, ob das eigene räumliche Hören noch vollständig funktioniert, kann das in einer Viertelstunde überprüfen lassen. „Ein Hörtest kostet bei uns nichts und verpflichtet zu nichts”, sagt Evelyn Fischer. „Wer im Verkehr unterwegs ist – egal ob mit dem Auto, dem Pedelec oder zu Fuß – sollte das mindestens einmal im Leben gemacht haben. So wie den Sehtest beim Optiker auch.

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