Einträge von Evelyn Fischer

Schwerhörigkeit erkennen: Die 8 häufigsten Anzeichen für Hörverlust

Ein Beitrag aus unserer Serie „Besser hören” – von Evelyn Fischer, hear CUBE Hamburg.


Ich bin seit 2003 Hörakustikmeisterin und in der Hörakustik schon deutlich länger zu Hause. Vor hear CUBE war ich in der Audiologie eines der weltweit führenden Hörgerätehersteller tätig, habe den Vertrieb eines renommierten Hörakustik-Unternehmens geleitet und über viele Jahre ein eigenes Fachgeschäft geführt. Diese Mischung aus Audiologie, Technik und täglicher Beratung prägt, wie ich auf das Thema Hören schaue.

In all den Jahren habe ich kaum jemanden erlebt, der den eigenen Hörverlust zuerst selbst bemerkt hat. Hörverlust tut nicht weh, und er kommt fast nie über Nacht. Er schleicht sich über Jahre ein – so langsam, dass die Betroffenen sich an das schlechtere Hören gewöhnen, ohne es zu bemerken. Oft sind es die Menschen im Umfeld, die zuerst stutzig werden: der Partner, der den Fernseher zu laut findet, die Tochter, die sich am Telefon ständig wiederholen muss.

Das ist der Grund, warum die meisten Menschen im Schnitt sieben Jahre warten, bevor sie etwas gegen ihren Hörverlust unternehmen. Sieben Jahre, in denen das Gehirn verlernt, was es nicht mehr hört – und in denen das Verstehen mühsamer wird, als es sein müsste.

Die gute Nachricht: Die typischen Anzeichen für einen Hörverlust lassen sich klar benennen. Wenn Sie eines oder mehrere bei sich oder einem Angehörigen wiedererkennen, ist das kein Grund zur Sorge, aber ein guter Anlass, einmal hinzuhören.”

Warum Hörverlust so schwer selbst zu bemerken ist

In all den Jahren habe ich kaum jemanden erlebt, der den eigenen Hörverlust zuerst selbst bemerkt hat. Hörverlust tut nicht weh, und er kommt fast nie über Nacht. Er schleicht sich über Jahre ein – so langsam, dass die Betroffenen sich an das schlechtere Hören gewöhnen, ohne es zu bemerken. Oft sind es die Menschen im Umfeld, die zuerst stutzig werden: der Partner, der den Fernseher zu laut findet, die Tochter, die sich am Telefon ständig wiederholen muss.

Das ist der Grund, warum die meisten Menschen im Schnitt sieben Jahre warten, bevor sie etwas gegen ihren Hörverlust unternehmen. Sieben Jahre, in denen das Gehirn verlernt, was es nicht mehr hört – und in denen das Verstehen mühsamer wird, als es sein müsste.

Die gute Nachricht: Die typischen Anzeichen lassen sich klar benennen. Wenn Sie eines oder mehrere bei sich oder einem Angehörigen wiedererkennen, ist das kein Grund zur Sorge, aber ein guter Anlass, einmal hinzuhören.

Die 8 Anzeichen für Hörverlust im Überblick

  1. Im Störgeräusch verstehen Sie schlecht. Im Restaurant, auf Feiern, im vollen Raum – sobald mehrere Menschen gleichzeitig reden, wird das Verstehen zur Anstrengung. Das ist das früheste und zuverlässigste Anzeichen, oft Jahre vor allem anderen.
  2. Sie hören, aber verstehen nicht. Sie merken, dass jemand spricht, aber einzelne Wörter gehen verloren. Stimmen klingen undeutlich oder „verschluckt“. Besonders hohe Stimmen – Kinder, Frauen – sind schwerer zu verstehen als tiefe.
  3. Andere finden Fernseher oder Radio zu laut. Sie drehen die Lautstärke höher als früher, und die Familie beschwert sich. Ein klassischer Streitpunkt in vielen Haushalten – und ein deutliches Signal.
  4. Sie fragen häufig nach. „Wie bitte?“, „Was hast du gesagt?“ – das Nachfragen häuft sich, vor allem in größeren Runden oder wenn man Sie nicht direkt ansieht.
  5. Telefonieren wird anstrengend. Ohne das Mundbild des Gegenübers fällt das Verstehen schwerer. Viele Betroffene meiden Telefonate unbewusst oder bitten andere, für sie zu telefonieren.
  6. Leise und hohe Geräusche verschwinden. Das Ticken der Uhr, das Vogelgezwitscher im Garten, das Blinkergeräusch im Auto – Dinge, die früher selbstverständlich da waren, fehlen plötzlich. Vielen fällt das erst rückblickend auf.
  7. Gespräche machen Sie müde. Wenn das Hören nicht mehr automatisch funktioniert, muss das Gehirn die Lücken aktiv ergänzen. Diese ständige Anstrengung kostet Kraft – nach einem langen Gespräch oder einem geselligen Abend fühlen Sie sich erschöpft.
  8. Sie ziehen sich aus geselligen Situationen zurück. Weil Zuhören anstrengend und Nachfragen unangenehm wird, meiden viele Menschen unbewusst genau die Situationen, die sie früher genossen haben. Dieser Rückzug ist oft das Anzeichen, das Angehörigen am meisten Sorgen macht – und das mit der größten Tragweite.

Kurz geprüft: Ein Online-Hörtest liefert erste Ergebnisse in nur 5 Minuten

Erkennen Sie drei oder mehr dieser Punkte bei sich wieder? Dann lohnt sich Klarheit. Unser kostenloser Online-Hörtest gibt Ihnen in 5 Minuten eine erste Einschätzung – unverbindlich und ohne Anmeldung.

Tinnitus als Begleiter

Häufig tritt zusätzlich ein Ohrgeräusch auf – ein Pfeifen, Rauschen oder Klingeln, das nur Sie selbst hören. Tinnitus und Hörverlust gehen oft Hand in Hand, weil beide auf dieselbe Ursache zurückgehen können: überlastete oder geschädigte Sinneszellen im Innenohr. Wenn Sie ein anhaltendes Ohrgeräusch bemerken, gehört das Gehör in jedem Fall einmal überprüft. 

Wenn die Anzeichen bei einem Angehörigen auftreten

Sehr oft liest diesen Artikel nicht der Betroffene selbst, sondern ein Kind oder Partner. Das ist typisch – und es ist heikel, weil das Thema schambehaftet ist. Hilfreich ist, nicht über das „Problem“ zu sprechen, sondern über konkrete Situationen: das gemeinsame Restaurant, das verpasste Klingeln, der zu laute Fernseher. Ein gemeinsamer Hörtest ist oft der niedrigschwelligste Einstieg, weil er nichts unterstellt, sondern einfach Gewissheit schafft.

Warum sich das lohnt, geht weit über das reine Verstehen hinaus: Gut zu hören schützt nachweislich die geistige Leistungsfähigkeit und die Sicherheit im Alltag. Mehr dazu in unserem Beitrag „Sicherheitsfaktor gutes Hören“

Ab wann sollte man zum Hörakustiker?

Eine einfache Faustregel: Wenn das Hören Sie im Alltag spürbar einschränkt oder anstrengt – im Beruf, in der Familie, im Freundeskreis – ist der Zeitpunkt gekommen. Ein Hörverlust verschwindet nicht von selbst, und je länger das Gehirn bestimmte Laute nicht mehr verarbeitet, desto schwieriger wird die spätere Gewöhnung. Früh handeln heißt: leichter gewöhnen.

Ein erster Schritt muss nicht gleich der Akustiker sein. Der Online-Hörtest gibt Ihnen zu Hause eine Orientierung. Wird ein Hörverlust wahrscheinlich, folgt die genaue Abklärung vor Ort. Eine ausführliche Einordnung finden Sie in unserem Beitrag „Ab wann braucht man ein Hörgerät?“.

Wie ein Hörtest bei hear CUBE abläuft

Ein guter Hörtest misst nicht nur, ob Sie einen Ton hören – er misst, ob Sie verstehen, und zwar dort, wo es wirklich zählt: im Störgeräusch. Genau das ist der Bereich, in dem sich Hörverlust zuerst zeigt und in dem sich Versorgungsqualität entscheidet.

Wir arbeiten in unserem akustisch optimierten Messraum, dem Cube, mit der revoloud-Messmethodik des Hörzentrums Oldenburg. Damit lässt sich Ihr Sprachverstehen im Störlärm präzise und reproduzierbar erfassen – nicht nur ein reines Tonhören.

Was uns dabei von vielen anderen unterscheidet: hearCUBE ist unabhängig. Kein Konzern, kein Hersteller im Hintergrund. Wir empfehlen Ihnen das, was zu Ihrem Gehör passt – nicht das, was ein Mutterkonzern im Sortiment hat. Sie finden uns an drei Standorten: in Hamburg-Eppendorf, in Hamburg-Pöseldorf (Harvestehude) und in Ahrensburg.

Hoertest hear CUBE
Im hear CUBE messen wir Ihr Sprachverstehen – auch im Störgeräusch

Machen Sie den ersten Schritt – kostenlos und in nur 5 Minuten

Sie müssen für eine erste Einschätzung nicht gleich einen Termin vereinbaren. Unser kostenloser Online-Hörtest zeigt Ihnen unverbindlich, ob sich ein genauerer Blick lohnt – in fünf Minuten, ohne Anmeldung, direkt von zu Hause.

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Häufige Fragen

Wie merke ich, dass ich schlechter höre?





Das häufigste erste Anzeichen ist, dass Sie im Störgeräusch – etwa im Restaurant – schlechter verstehen, während ruhige Zweiergespräche noch funktionieren. Typisch ist außerdem das Gefühl, Menschen würden „nuscheln“, obwohl sie normal sprechen.

In den allermeisten Fällen schleichend, über Jahre hinweg. Ein plötzlicher, einseitiger Hörverlust ist dagegen ein Notfall (Verdacht auf Hörsturz) und gehört umgehend zum HNO-Arzt

Erste altersbedingte Veränderungen beginnen oft schon ab etwa 50 Jahren, meist zunächst unbemerkt im hohen Frequenzbereich. Mehr dazu im Beitrag „Altersschwerhörigkeit“.

Ein Online-Hörtest ersetzt keine professionelle Messung, gibt aber eine gute erste Orientierung, ob ein Hörverlust wahrscheinlich ist. Bei einem auffälligen Ergebnis folgt die genaue Abklärung vor Ort.

Sowohl der Online-Hörtest als auch der erste Hörstatus vor Ort sind für Sie kostenlos und unverbindlich.

Einfach. Besser. Hören.

Kein Konzern. Kein Hersteller. Nur Ihr Gehör. 
hear CUBE Hamburg-Eppendorf · Hamburg-Pöseldorf · Ahrensburg
Inhabergeführt von Evelyn & Johannes Fischer

Mehr Hörwissen finden Sie hier:

Pressemitteilung


Wenn im Restaurant alle gleichzeitig reden

Ein neues Zeitalter der Hörgerätetechnologie hat begonnen. Künstliche Intelligenz verleiht dem Klangcharakter von Hörgeräten mehr Natürlichkeit denn je. Eine Hörgeräte-Neuheit mit zwei KI-Netzwerken vom Hersteller Oticon verbindet klaren Klang mit gutem Sprachverstehen und verbessert problematische Hörsituationen wie beispielsweise einen Restaurantbesuch erheblich.


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Hören im Straßenverkehr: Hörgeräte und Verkehrssicherheit Teil 1

Gefahren werden laut Medien immer übersehen aber nie überhört: Warum Hören in der Verkehrssicherheitsdebatte fehlt – obwohl die Statistik direkt darauf zeigt.

Ein Beitrag aus unserer Serie „Hören im Straßenverkehr” – von Evelyn Fischer, hear CUBE Hamburg.


Die Zahl, die mich Ende April nicht losgelassen hat, stammt aus Wiesbaden. Das Statistische Bundesamt hat gemeldet: Im Jahr 2025 sind 462 Radfahrer im Straßenverkehr ums Leben gekommen, 3,8 Prozent mehr als im Vorjahr. 217 davon – fast die Hälfte – saßen auf einem Pedelec, also einem E-Bike. 61,5 Prozent aller tödlich verunglückten Radfahrer waren 65 Jahre oder älter. Bei den getöteten Pedelec-Fahrern lag dieser Anteil sogar bei 67,3 Prozent.

Im Norden ist das Bild noch deutlicher. In Niedersachsen sind 2025 insgesamt 63 Fahrradfahrer tödlich verunglückt – 28 Prozent mehr als im Vorjahr. 33 von ihnen waren auf einem Pedelec unterwegs. Von den 63 Getöteten waren 41 Senioren. Das sind Zahlen aus unserer Nachbarregion, in einem Verkehrsraum, in dem viele meiner Hamburger Kunden täglich unterwegs sind.

Diese Meldungen sind in fast allen großen Tageszeitungen gelandet, meist mit dem erwartbaren Fokus auf Helmpflicht, Radwege-Ausbau und Türwarnsysteme. Was in der Berichterstattung praktisch nie vorkommt: Hören. Dabei gibt es einen direkten, gut belegten Zusammenhang zwischen Hörminderung und Sicherheit im Straßenverkehr – und die EuroTrak-Studie 2025, die größte repräsentative Hörstudie in Europa, hat ihn in eindrucksvolle Zahlen übersetzt.

Wer Unfallberichte aus der Lokalpresse liest, erkennt schnell ein Muster. Es heißt regelmäßig: ‚Der Fahrer hatte den Radfahrer übersehen.’ Das Wort ‚überhört’ habe ich in einem Polizeiprotokoll noch nie gelesen.”

„Übersehen“, aber nie „überhört“

Wer Unfallberichte aus der Lokalpresse liest, erkennt schnell ein Muster. Ein Pedelec-Fahrer, 78 Jahre, kollidiert mit einem abbiegenden Lkw – „der Fahrer hatte den Radfahrer übersehen“. Eine Seniorin auf dem Rad wird von einem Pkw erfasst – „Autofahrerin übersehen“. Ein älterer Mann fährt an einer Einmündung in einen Pkw – „die Vorfahrt missachtet“. In keiner dieser Standardformulierungen taucht das Wort „überhört“ auf.

Die Tagesschau brachte ihren Bericht zur aktuellen Statistik mit einem Video-Beitrag, der die Hauptursache für tödliche Fahrradunfälle benennt: der tote Winkel beim Abbiegen. Das ist fachlich richtig – und es zeigt zugleich, wie einseitig wir das Problem oft denken. Der tote Winkel wird ausschließlich als visuelles Problem beschrieben: Der Lkw-Fahrer sieht den Radfahrer nicht. Was dabei kaum diskutiert wird: Ein gut hörender Radfahrer könnte den Lkw oft schon hören, bevor er ihn sieht – das tiefe Motorengeräusch, das Bremsen, das Klicken des Blinkers. Wer diese Signale nicht mehr wahrnimmt, hat in genau der Sekunde, in der es darauf ankommt, eine Wahrnehmungslücke. Sehen und Hören müssten beim toten Winkel zusammen gedacht werden. In der öffentlichen Debatte werden sie das nicht.

Polizeiprotokolle rekonstruieren Unfälle anhand von Spuren, Sichtachsen, Spiegelnutzung, Lichtverhältnissen. Das Gehör des Beteiligten ist – soweit ich es überblicke – kein Standardpunkt der Unfallaufnahme. Dabei ist die Wahrscheinlichkeit, dass ein älterer Pedelec-Fahrer eine unbehandelte Hörminderung hat, statistisch erheblich. Eine im Lancet veröffentlichte Auswertung der Global Burden of Disease Study, die als Grundlage des WHO-Welthörberichts 2021 dient, zeigt, dass die Prävalenz mittlerer oder stärkerer Hörverluste von rund 13 Prozent bei 60-Jährigen auf über 58 Prozent bei 90-Jährigen ansteigt. Die Weltgesundheitsorganisation selbst gibt an, dass weltweit über 25 Prozent der Menschen ab 60 Jahren von einer behindernden Hörminderung betroffen sind – also einem Hörverlust von mehr als 35 Dezibel im besser hörenden Ohr.

Es geht hier nicht darum, einzelne Unfälle nachträglich zu erklären. Es geht darum, dass der Faktor Hören in der Verkehrssicherheitsdebatte praktisch nicht vorkommt, obwohl er in jeder anderen Lebenssituation – Gespräche, Fernsehen, soziale Teilhabe – mittlerweile selbstverständlich diskutiert wird. Genau diese Lücke möchte ich mit dieser Artikelserie schließen helfen.

Mann und Frau auf Fahrrädern
Das Richtungshören spielt im Straßenverkehr eine wichtige Rolle. Sowohl als Fußgänger, beim Autofahren oder beim Fahrradfahren ist das Richtungshören essenziell.

Warum Hören im Verkehr eine größere Rolle spielt, als wir glauben

Wir denken beim Radfahren oder Autofahren reflexhaft ans Sehen. Tatsächlich ist Hören im Straßenverkehr aber ein eigenständiger Sicherheitskanal – einer, der oft schon eine Sekunde früher informiert als das Auge. Das herannahende Auto auf der Nebenstraße, das man hört, bevor man es sieht. Das Klingeln eines Fahrradfahrers von hinten. Das Hupen, das warnt. Das Martinshorn, dessen Richtung man einschätzen muss, um eine Gasse zu bilden.

Räumliches Hören – also die Fähigkeit, eine Geräuschquelle zu lokalisieren – funktioniert nur mit beiden Ohren. Wer einseitig schlecht hört oder unversorgt mit beidseitigem Hörverlust unterwegs ist, hört vielleicht noch dass etwas passiert, aber nicht mehr zuverlässig woher. Im Stadtverkehr kann das den entscheidenden Bruchteil einer Sekunde ausmachen. Genau diese Fähigkeit ist es übrigens, die in der polizeilichen Unfallrekonstruktion am schwersten zu prüfen ist. Ein eingeschränktes Sehfeld lässt sich vermessen. Eine fehlende oder verzögerte räumliche Hörwahrnehmung lässt sich im Nachhinein praktisch nicht mehr feststellen – und sie wird in der Regel auch nicht gesucht.

EuroTrak-Hörstudie Deutschland 2025:
Was Hörgeräte im Verkehr leisten

  • 75 % der Hörgeräteträger fühlen sich beim Fahrrad- und E-Bike-Fahren sicherer als ohne Geräte.
  • 73 % fühlen sich beim Autofahren sicherer.
  • Im Vergleich zu 2022: +9 Prozentpunkte beim Radfahren – parallel zur Verbreitung leiserer E-Fahrzeuge und leistungsfähigerer Hörgeräte.

Quelle: EuroTrak Deutschland 2025 – die größte repräsentative Hörstudie Europas (n = 13.445).

E-Mobilität verschärft das Problem – aus zwei Richtungen

Die Statistik zeigt einen Anstieg, der sich nicht durch Zufall erklären lässt. 2015 starben 36 Menschen auf einem Pedelec im Straßenverkehr. 2025 waren es 217 – das ist eine Versechsfachung in zehn Jahren. Natürlich gibt es heute mehr E-Bikes als 2015. Aber der Anstieg ist auch absolut betrachtet erheblich. Kirstin Zeidler, Leiterin der Unfallforschung beim Gesamtverband der Versicherer, erklärte gegenüber der Deutschen Presse-Agentur, schwerere Pedelecs mit stärkerer Beschleunigung seien schwieriger zu kontrollieren, bei Stürzen seien die Verletzungen Älterer in der Regel schwerer.

Das ist der eine Faktor: Senioren auf schwereren, schnelleren Rädern. Der zweite Faktor wird seltener besprochen: Diese Räder sind selbst leise, und sie bewegen sich in einem Verkehrsraum, in dem auch immer mehr andere Fahrzeuge leise sind. E-Autos im niedrigen Geschwindigkeitsbereich, E-Roller, E-Lastenräder. Was als Fortschritt für Lärmbelastung und Klima gilt, ist für schwerhörige Menschen eine zusätzliche Hürde. Ein heranfahrendes E-Auto ist bei Tempo 30 selbst für gut Hörende kaum wahrnehmbar. Für jemanden mit unversorgtem Hochtonverlust – der häufigsten Form der Altersschwerhörigkeit – ist es praktisch unhörbar.

Eine zweite Ebene: schnellere Senioren in einem leiseren Verkehrsraum

Bisher habe ich vor allem aus der Perspektive des potenziellen Opfers argumentiert: der Pedelec-Fahrer, der das herannahende Auto nicht hört. Tatsächlich ist die Sache aber zweischneidig. Hörminderung wirkt in beide Richtungen – als Fußgänger, als Radfahrer, als Autofahrer. Wer im Auto sitzt und ein Martinshorn erst spät wahrnimmt oder das Klingeln eines Radfahrers von hinten überhört, hat dieselbe Wahrnehmungslücke, nur in einer anderen Rolle.

Hinzu kommt eine Veränderung, die bisher kaum öffentlich diskutiert wird: Viele Senioren sind heute nicht nur überhaupt wieder mit dem Fahrrad unterwegs – sie fahren mit Tretunterstützung bis 25 km/h. Das ist deutlich schneller, als man sich Senioren auf dem Rad noch vor zwanzig Jahren vorgestellt hat. Wer mit 25 km/h auf eine Kreuzung zufährt, hat einen anderen Bremsweg, eine andere Reaktionsanforderung und eine andere Kollisionsenergie als jemand, der mit 12 oder 15 km/h fährt. Gleichzeitig sind die elektrisch betriebenen Fahrzeuge ringsherum deutlich leiser als ihre Vorgänger. Beides zusammen ergibt eine Gemengelage, die der Verkehrsraum so noch nicht kannte: schnellere Senioren auf leiseren Fahrzeugen in einem leiseren Verkehrsumfeld.

Genau dafür sollte ein öffentliches Bewusstsein entstehen. Nicht um Schuld zu verteilen, sondern um Unfälle zu verhindern.


Im zweiten Teil dieser Serie geht es darum, was sich aus diesen Beobachtungen ableitet: Wann beginnt eine Hörminderung wirklich, warum kommt die Versorgung oft zu spät, und was können moderne Hörgeräte heute tatsächlich leisten – auch im Straßenverkehr.

Quellen: Statistisches Bundesamt (Destatis), Pressemitteilung Nr. N025 vom 27. April 2026 • Niedersächsisches Ministerium für Inneres, Sport und Digitalisierung, Verkehrsunfallstatistik 2025, vorgestellt am 13. April 2026 • Tagesschau, „Verkehrsstatistik 2025 – Jeder sechste Verkehrstote war Radfahrer“, 27.04.2026 • EuroTrak Deutschland 2025 • WHO Fact Sheet „Deafness and hearing loss“ • GBD 2019 Hearing Loss Collaborators (2021), The Lancet

Räumliches Hören kann man testen

Wer wissen will, ob das eigene räumliche Hören noch vollständig funktioniert, kann das in einer Viertelstunde überprüfen lassen. „Ein Hörtest kostet bei uns nichts und verpflichtet zu nichts”, sagt Evelyn Fischer. „Wer im Verkehr unterwegs ist – egal ob mit dem Auto, dem Pedelec oder zu Fuß – sollte das mindestens einmal im Leben gemacht haben. So wie den Sehtest beim Optiker auch.

Hoertest hear CUBE
Im hear CUBE messen wir Ihr Sprachverstehen – auch im Störgeräusch

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Sie müssen für eine erste Einschätzung nicht gleich einen Termin vereinbaren. Unser kostenloser Online-Hörtest zeigt Ihnen unverbindlich, ob sich ein genauerer Blick lohnt – in fünf Minuten, ohne Anmeldung, direkt von zu Hause.

Kostenloser Hörtest in Hamburg

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Drei Generationen Hörakustik aus Hamburg

Bei hear CUBE ist das Thema Hören Familiensache. Evelyn Fischer führt gemeinsam mit ihrem Mann, Johannes Fischer, mehrere hear CUBE Fachgeschäfte. Die Hörakustik ist ebenso sein zuhause wie die die Hansestadt Hamburg.  „Mein Großvater hat das Unternehmen Hansaton in Hamburg gegründet, mein Vater war ebenfalls in der Branche, ich seit über 20 Jahren”, sagt Johannes Fischer. „Wir kennen die Hörakustik aus drei Generationen – und wir wissen, was Hamburger Kunden brauchen: jemanden, der zuhört und sich Zeit nimmt, kein Schnellverfahren.”

 

hear CUBE Evelyn und Johannes Fischer

Einfach. Besser. Hören.

Kein Konzern. Kein Hersteller. Nur Ihr Gehör. 
hear CUBE Hamburg-Eppendorf · Hamburg-Pöseldorf · Ahrensburg
Inhabergeführt von Evelyn & Johannes Fischer

Mehr Hörwissen finden Sie hier:

Pressemitteilung


Wenn im Restaurant alle gleichzeitig reden

Ein neues Zeitalter der Hörgerätetechnologie hat begonnen. Künstliche Intelligenz verleiht dem Klangcharakter von Hörgeräten mehr Natürlichkeit denn je. Eine Hörgeräte-Neuheit mit zwei KI-Netzwerken vom Hersteller Oticon verbindet klaren Klang mit gutem Sprachverstehen und verbessert problematische Hörsituationen wie beispielsweise einen Restaurantbesuch erheblich.


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